Ein Bericht der Redaktörin Silke Rietmüller (Neue Westfälische)
Bad Driburg, 13.03.2010

„Das Internet ist ein tolles Medium, zugleich tummeln sich hier aber auch zahlreiche Ganoven“, sagt Franz-Josef Wegener. Auf Einladung der Bad Driburger Jugendfeuerwehr war der Kriminalhauptkommissar aus Höxter in die Badestadt gekommen, um die jungen Leute über Gefahren und Risiken des Internets aufzuklären.
Das weltweite Netz ist nicht nur Quell schier unerschöpflicher Informationen, hier lauern auch Gefahren. Denn zunehmend nutzen dunkle Gestalten die weitverzweigte Datenautobahn für kriminelle Machenschaften. So ist „Phishing“ (Datenklau), zum Beispiel beim Online-Banking, ein inzwischen gängiger Begriff.
Immer wieder passiert es zudem, dass Rechnungen über angeblich im Internet abgeschlossene Abos ins Haus flattern. „Diese sollte man auf keinen Fall bezahlen, sondern sofort schriftlichen Widerspruch per Einschreiben mit Rückschein einlegen“, rät der Experte für Internetkriminalität.

Auch E-Mails von unbekannten Absendern wandern am besten direkt in den Papierkorb. Schnell hat man sich sonst einen Computervirus, Wurm oder Trojaner eingefangen, der das ganze System infiziert und im schlimmsten Fall komplett lahm legt. „Wenn man merkt, dass der Rechner langsamer wird, ist es meist schon zu spät“, sagt Franz-Josef Wegener.
Der Heimrechner sollte also immer so gut geschützt werden, wie das eigene Zuhause. Seine Haustür schließe jeder ab, aber die so genannten Ports im Internet ließen viele sperrangelweit offen, weiß der Kriminalhauptkommissar. Dies seien dann die Schlupflöcher, durch die Kriminelle Zugriff auf das oft nicht ausreichend durch einen Virenscanner oder eine Firewall gesicherte System bekämen.
Mit persönlichen Daten sollte man ebenfalls sehr vorsichtig umgehen. „Das Internet vergisst nichts“, appellierte Wegener an die Jugendlichen. Längst ist es nämlich gängige Praxis von Personalchefs, sich die Profile von Bewerbern im Internet, zum Beispiel bei sozialen Netzwerken wie Schüler-VZ oder Facebook, anzuschauen. Wenn dort dann peinliche Fotos oder Videos von der letzten Party auftauchen, rückt der Traumjob in weite Ferne. Und hat man Informationen wie Name, Adresse oder Telefonnummer erst einmal eingestellt, können diese auch nach dem Löschen aus dem eigenen Profil weiterhin auf anderen Seiten verlinkt sein.
Der Kriminalhauptkommissar informierte die jungen Feuerwehrleute aber auch über die rechtlichen Bestimmungen und Vorgaben des Urhebergesetzes. So sei eine private Sicherungskopie von Computerprogrammen zwar erlaubt, an Dritte weitergeben oder gar verkaufen darf man die Software aber nicht. Straf- und zivilrechtliche Konsequenzen habe auch das Umgehen des Kopierschutzes sowie der Tausch von Musik-Dateien oder das Herunterladen von Kinofilmen aus im Internet.
Die Bad Driburger Jugendfeuerwehr verbindet seit langer Zeit eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Bezirksbeamten der Polizeidienststelle vor Ort. Solch themenbezogene Dienstabende, zu denen auch die Eltern der jungen Feuerwehrleute und Kameraden der Löschgruppe eingeladen sind, finden einmal im Jahr statt.

Tipps für sicheres Surfen
Das System durch einen täglich aktualisierten Virenscanner sowie ein Anti-Spam-Programm schützen. Auch die Firewall sollte immer aktiviert sein. Fremde E-Mails sofort löschen und auf keinen Fall unbekannte Dateianhänge (egal ob Bilder oder Programme) öffnen. Sensible Daten, wie Kontonummern oder Passwörter, niemals an Dritte weitergeben. Vorsicht, wenn die Seite nach dem Eingeben von Zugangsdaten, zum Beispiel beim Online-Banking, abstürzt. Dahinter könnte ein Phishing-Versuch stecken.

pol

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